Gesundheit ist Chefsache

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Ein Werkstattgespräch für Handwerksbetriebe in der Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau

17.05.2015

Die Anforderungen für moderne Handwerksbetriebe steigen immer mehr und sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmer gilt es neue Wege in der Personalführung zu begehen. Um den richtigen Weg zu finden, wurden im Rahmen des INQA-Projekts „klein aber fit“ in 20 Modellbetrieben des Elektro- und Metallhandwerks Mitarbeiter und Führungskräfte befragt, wo sie die größten Veränderungsbedarfe sehen. Die Ergebnisse dieser Befragungen wurden durch das BZL-Lauterbach in den Räumen der Kreishandwerkerschaft den regionalen Handwerksbetrieben präsentiert und so mancher Zuhörer konnte sich mit seiner persönlichen Einschätzung in den Ergebnissen wiederfinden. Der Projektkoordinator Uwe Heil schilderte eindrucksvoll, unter welchen Bedingungen die Befragungen erfolgten und welche Fokusse in der Befragung gesetzt wurden. Demnach liegt der größte Veränderungswunsch sowohl auf Mitarbeiter- als auch auf Führungsseite nach einem besseren Zeitmanagement, da hier der Stressfaktor für alle am höchsten ist.

Sich ständig ändernde Terminvorgaben, wenig Gestaltungsmöglichkeiten, knappe Ressourcen aber auch Unterbrechungen bei der Arbeit durch Vorgesetzte oder Kollegen sowie das Telefon erhöhen den Stressfaktor und damit die Unzufriedenheit der Mitarbeiter. Differenziert waren die Ergebnisse vor allem in dem Themenfeld „Führung“. Hier konnte man klare Unterschiede in den Betrieben erkennen – einerseits gibt es die traditionell geprägten Handwerksbetriebe mit wenig Beteiligung und Kommunikation und andererseits modern aufgestellte Betriebe, die eine offene und partnerschaftlich geprägte Kultur pflegen. „Wichtig war und ist uns in dem Projekt, dass es zu keiner Wertung hinsichtlich richtig oder falsch, besser oder schlechter kommt. Vielmehr zählt die Erkenntnis, dass jeder Betrieb selbst etwas tun muss, um die Arbeitsqualität- und Zufriedenheit zu steigern und da schauen wir immer auf die individuelle Ausganglage“ so Stefanie Richter, Expertin für Personalentwicklung.

Die Bereitschaft gemeinsam etwas zu verändern, ist auf Mitarbeiter- als auch auf Führungsseite sehr hoch, so dass im nächsten Schritt des Projekts, die Modellbetriebe gemeinsam mit Experten des BZL Lauterbach individuelle Maßnahmen umsetzten, um die Arbeitszufriedenheit im Unternehmen zu steigern. Die INQA-Initiative fördert Personalentwicklung in den Unternehmen und stellt Handlungshilfen zur Verfügung.

„Mir ist wichtig, dass wir neue Wege in der Mitarbeiterführung gehen und auch gemeinsam etwas unternehmen, damit mein Betrieb zukunftsfähig ist und bleibt. Das Projekt „klein aber fit“ setzt genau da an und liefert mir wichtige Ideen und Impulse für meine eigene Umsetzung“, so schloss Kai Engroff Inhaber des Betriebs Elektrotechnik Engroff aus Trebur, der sich als Modellbetrieb an dem Projekt aktiv beteiligt hat. Beim anschließenden Snack konnten sich alle Beteiligte noch weiter über Erfahrungen, Ergebnisse und Ideen in der gesunden Mitarbeiterführung austauchen.