Welche Stressfaktoren den Arbeitnehmern zusetzen

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12.08.2015

Gesundheit am Arbeitsplatz ist Teil einer modernen Unternehmensstrategie. Doch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wird gerade in den kleinen Handwerksbetrieben noch nicht angewendet. Im Rahmen des INQA-Projekts „klein aber fit“, welches durch das BZL-Lauterbach umgesetzt wird, werden gemeinsam mit kleinen und mittelständischen Unternehmen in Hessen und Rheinland-Pfalz individuelle Maßnahmen zum langfristigen Erhalt von Beschäftigungsfähigkeit und Gesundheit im Elektrohandwerk entwickelt. Grundsätzlich geht es dabei um die Optimierung der Arbeitsorganisation bzw. Arbeitsumgebung, eine gesundheitliche Gestaltung der Arbeitsabläufe sowie Anreize für ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Beschäftigten. Alle Gesundheitspotentiale in Unternehmen und Organisationen werden so gestärkt.

Unter Beteiligung von 15 Modellbetrieben wurden zu Beginn des Projekts Führungskräfte und Mitarbeiter zu den Belastungsschwerpunkten interviewt. Die Ergebnisse daraus sind vielschichtig und betreffen sowohl das individuelle Gesundheitsverhalten aber auch zu großen Teilen die betrieblichen Abläufe und das Führungsverhalten. Besonders deutlich wird, dass neben den klassischen körperlichen Belastungen (wie Rücken und Knie, arbeiten über Kopf) vor allem Termindruck und mangelnde Kommunikation von vielen Mitarbeitern als Stressoren ausgewiesen werden.

Unterstützt von der Techniker Krankenkasse und in Zusammenarbeit mit professionellen Gesundheitsberatern werden gemeinsam mit den Modellbetrieben individuelle Maßnahmen erarbeitet wie z.B. Möglichkeiten zum körperschonenden Arbeiten, Veränderung von Arbeitsabläufen, Optimierung der Gesprächskultur. Die Resonanz auf diese neue Perspektive auf den Arbeitsalltag ist von allen Teilnehmern durchweg positiv.

Das BZL Lauterbach unterstützt die Betriebe durch neue Seminarangebote, die über die klassische technische Fortbildung hinausgehen und auf weiche Faktoren wie Führung, Kommunikation und Stressreduzierung abzielen aber auch in der individuellen Beratung zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit.

Das Projekt wird gefördert von der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufene Initiative Neue Qualität der Arbeit. In ihr engagieren sich Bund, Länder, Arbeitgeberverbände und Kammern, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Unternehmen, Sozialversicherungsträger und Stiftungen gemeinsam für eine moderne Arbeitskultur und Personalpolitik.

Ziel der Initiative ist eine Verbesserung der Qualität der Arbeit– für Unternehmen und Beschäftigte. Der Grund: Gute Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Die zentrale Fragestellung ist, wie die Arbeitsbedingungen gesund, sicher und motivierend und für Unternehmen und Institutionen auch in Zukunft rentabel gestaltet werden können.

Weitere Informationen: www.inqa.de